Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Wie Familienstiftung und Trust in der Schweiz Vermögensplanung und Nachfolge sichern
Einleitung
Die Familienstiftung Schweiz gewinnt in der Praxis zunehmend an Bedeutung – besonders dann, wenn Vermögen langfristig gesichert und steuerlich sinnvoll strukturiert werden soll. Gemeinsam mit einem Trust in der Schweiz können solche Strukturen nicht nur der steuerlichen Optimierung dienen, sondern vor allem der Vermögensplanung, dem Vermögen schützen über Generationen sowie einer stabilen Nachfolgeplanung Schweiz.
Gerade in einem Umfeld mit kantonalen Unterschieden, komplexen Meldepflichten und steigenden Anforderungen an Transparenz sind Familienstiftungen und Trusts ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Strategie. Dieser Beitrag zeigt, wie beide Instrumente funktionieren, wann sie sinnvoll sind und worauf aus steuerlicher und rechtlicher Sicht besonders zu achten ist.
Einführung in Familienstiftungen und Trusts
Wer Vermögen über Generationen strukturieren will, beschäftigt sich früher oder später mit der Frage, wie sich Vermögenswerte rechtlich und steuerlich sauber übertragen lassen – ohne dass Kontrolle, Schutz oder Stabilität verloren gehen. Im Zentrum steht dabei oft die Kombination aus Familienstiftung Schweiz und Trust-Strukturen, die in der Schweiz unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt werden.
Während die Stiftung im Schweizer Rechtssystem tief verankert ist und im Zivilgesetzbuch geregelt wird, stammt der Trust aus dem angloamerikanischen Rechtsraum. In der Schweiz existiert kein eigenes Trustgesetz, dennoch werden Trusts aufgrund des Haager Trust-Übereinkommens seit 2007 anerkannt. Beide Instrumente ermöglichen eine Trennung zwischen Eigentum, Kontrolle und Nutzungsrechten und bieten vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten für individuelle Ziele in der Vermögensplanung.
Familienstiftungen im schweizerischen Kontext
Eine Familienstiftung ist eine selbständige juristische Person, die durch den Willen des Stifters einen privaten Zweck im familiären Interesse verfolgt. Häufige Ziele sind Unterhalt, Ausbildung, Betreuung von Angehörigen oder auch die Sicherung eines Familienunternehmens und der langfristige Erhalt von Vermögenswerten.
Eine zentrale Eigenschaft ist die einmalige Vermögenszuwendung: Wer eine Familienstiftung gründen möchte, überträgt Vermögen in die Stiftung, wodurch dieses grundsätzlich dauerhaft gebunden ist. Ein Rückgriff auf das übertragene Vermögen ist in der Regel nicht möglich. Die Stiftung wird durch den Stiftungsrat geführt, der Vermögen verwaltet, die Zweckbindung sicherstellt und die Begünstigten berücksichtigt.
Im Unterschied zu gemeinnützigen Stiftungen besteht bei Familienstiftungen grundsätzlich keine staatliche Aufsicht, ausser es liegt eine besondere öffentliche Relevanz vor oder es wird ausdrücklich verlangt. Genau diese Unterscheidung ist auch steuerlich relevant, weil sie Einfluss auf die Behandlung von Vermögen, Erträgen und Zuwendungen an Begünstigte hat.
Trust in der Schweiz – Flexibles Instrument für komplexe Bedürfnisse
Ein Trust Schweiz ist keine juristische Person, sondern ein Rechtsverhältnis zwischen drei Parteien: dem Settlor (Errichter), dem Trustee (Verwalter) und den Beneficiaries (Begünstigten). Der Settlor überträgt Vermögenswerte an den Trustee, der diese gemäss Trust Deed verwaltet und zugunsten der Begünstigten hält.
Der Trust eignet sich besonders für Situationen, in denen Flexibilität entscheidend ist. Beispielsweise kann ein Discretionary Trust errichtet werden, bei dem der Trustee nach Ermessen entscheidet, wann und in welcher Höhe Begünstigte Leistungen erhalten. Bei einem Fixed Trust sind die Leistungen hingegen klar definiert. Auch sogenannte Purpose Trusts sind möglich, etwa zur Verwaltung von Familienunternehmen oder zur Finanzierung eines Bildungsfonds.
Wichtig ist: In der Schweiz kann zwar kein Trust errichtet werden, doch ein Trust in der Schweiz kann steuerlich und zivilrechtlich anerkannt werden, wenn er korrekt nach ausländischem Recht errichtet wurde. In der Praxis erfolgen Truststrukturen häufig über liechtensteinische, britische oder kanalinsulare Jurisdiktionen.
Steuerliche Vorteile und Anwendungsbereiche
Sowohl Familienstiftungen als auch Trusts können steuerliche Vorteile bringen – gleichzeitig sind sie nicht automatisch ein „Steuersparmodell“. Die steuerlichen Auswirkungen hängen von der konkreten Ausgestaltung, dem Sitz des Trusts, dem Wohnsitz der beteiligten Personen und insbesondere der kantonalen Praxis ab.
Vermögensplanung und Vermögen schützen
Ein zentrales Ziel vieler Stifter ist es, Vermögen dauerhaft zu schützen – etwa vor Gläubigerrisiken, Scheidung, Streitigkeiten innerhalb der Familie oder einer Zersplitterung durch Erbfälle. Eine korrekt strukturierte Familienstiftung oder ein Trust kann helfen, Vermögenswerte zu entflechten, zu sichern und langfristig objektiv zu verwalten. Gerade in der Vermögensplanung sind diese Instrumente deshalb stark, weil sie Kontrolle und Nutzung getrennt abbilden können.
Erbschafts- und Schenkungssteuer bei Familienstiftung und Trust
In der Schweiz ist die Besteuerung von Vermögensübertragungen kantonal geregelt und unterscheidet sich stark. Viele Kantone gewähren für direkte Nachkommen eine Befreiung von Erbschafts- und Schenkungssteuern. Bei nicht direkt verwandten Begünstigten können jedoch hohe Steuersätze greifen.
Wer Vermögen frühzeitig in eine Stiftung einbringt oder einem Trust zuweist, kann steuerliche Wirkungen gezielt steuern oder verteilen – allerdings nur, wenn die Struktur nicht als Umgehungskonstruktion erscheint. Steuerbehörden prüfen insbesondere, ob der Stifter weiterhin faktisch über das Vermögen verfügen kann. Nur wenn ein echter Zweck vorliegt und der Vermögensentzug tatsächlich erfolgt, wird die Struktur steuerlich als gültige Vermögensentäusserung anerkannt.
Einkommensteuerliche Behandlung
Die laufende Besteuerung hängt stark von der Struktur ab. Bei einer in der Schweiz domizilierten Familienstiftung unterliegt das Stiftungsvermögen der Vermögenssteuer, während Erträge der Gewinnsteuer unterliegen können. Leistungen an Begünstigte gelten in der Regel als steuerbares Einkommen – abhängig von Kanton und Art der Leistung.
Bei Trusts ist die Einordnung in der Schweiz komplexer:
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Bei transparenten Trusts werden Erträge den Begünstigten zugerechnet und von diesen versteuert.
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Bei nicht transparenten Trusts wird häufig der Settlor als wirtschaftlich Berechtigter betrachtet und entsprechend besteuert.
Da es keine einheitliche schweizerische Trust-Gesetzgebung gibt, unterscheiden sich Vorgehensweisen je nach Kanton. Deshalb ist eine Einzelfallanalyse in der Praxis entscheidend.
Rechtliche Umsetzung und typische Fallstricke
Wer eine Familienstiftung gründen oder Vermögen in einen Trust einbringen will, sollte die rechtlichen Konsequenzen sehr genau prüfen. Neben der Formulierung von Stiftungsurkunde und Statuten bzw. Trust Deed sind Fragen wie Rechtswahl, internationale Zuständigkeit, Vollstreckbarkeit und steuerliche Registrierung zentral.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Unvollständige Dokumente oder missverständliche Regelungen führen später zu Konflikten – beispielsweise bei Streitigkeiten unter Begünstigten, im Rahmen von Steuerprüfungen oder bei der Frage, wer tatsächlich als wirtschaftlich berechtigt gilt. Eine saubere Dokumentation und klare Governance-Struktur sind daher unverzichtbar.
Internationale Aspekte und Meldepflichten
Gerade bei Trusts mit Auslandsbezug entstehen zusätzliche Melde- und Sorgfaltspflichten. Je nach Struktur können Anforderungen im Zusammenhang mit dem automatischen Informationsaustausch (AIA) und wirtschaftlich Berechtigten gemäss Geldwäschereigesetz relevant werden. Banken und Treuhänder sind verpflichtet, entsprechende Informationen zu prüfen und zu dokumentieren.
Wer als Settlor oder Begünstigter in einem Trust involviert ist, sollte daher frühzeitig klären, welche Deklarationspflichten in der Schweiz bestehen und wie sich internationale Vorgaben auswirken. Das gilt besonders dann, wenn Vermögenswerte oder Begünstigte in mehreren Ländern involviert sind.
Zusammenfassung zu Familienstiftung und trust in der Schweiz
Familienstiftungen und Trusts sind aus steuerlicher und rechtlicher Sicht anspruchsvolle, aber sehr wirkungsvolle Instrumente für die strategische Vermögensplanung. Sie ermöglichen es, Vermögenswerte langfristig zu sichern, klare Nachfolgeregelungen zu schaffen und Steuerfolgen gezielt zu steuern oder zu strecken.
Allerdings gilt: Die Gestaltung solcher Strukturen ist niemals „von der Stange“. Sie muss auf die familiären, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten abgestimmt sein – unter Beachtung des geltenden Schweizer Rechts, der kantonalen Steuerpraxis und internationaler Normen.
Eine professionelle Beratung durch erfahrene Fachpersonen – idealerweise mit Expertise in Schweizer Stiftungs- und Steuerrecht sowie internationalem Trustrecht – ist unverzichtbar, um rechtssichere und steuerlich effiziente Lösungen zu schaffen. Die Zofingen Treuhand AG begleitet Sie ganzheitlich bei der Analyse, Konzeption, Errichtung und Verwaltung von individuellen Strukturen – abgestimmt auf Ihre Ziele und Ihre familiäre Situation.
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